Solarstrom-Vergütung sinkt weiter

Deutschland verabschiedet sich von der Kernenergie und der Braunkohle, auch Strom aus russischem Gas soll nur eine Übergangslösung sein. Um die Energieversorgung der Bundesrepublik sicherzustellen, müssen nachhaltige Alternativen also massiv ausgebaut werden.
Ein Instrument, um den Bau von Photovoltaikanlagen anzukurbeln, war viele Jahre die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Also die festgelegte Vergütung, die ein Photovoltaikanlagen-Besitzer für jede eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom bekommt.
Sie ist für das Image der Solarenergie als hoch subventionierte Energieform mitverantwortlich, aber auch für mittlerweile mehr als zwei Millionen Solaranlagen in Deutschland – ein Großteil davon befindet sich auf privaten Dächern.

Doch das Entgelt für neugebaute Anlagen sinkt jeden Monat, seit kurzem liegt Einspeisevergütung unter dem tatsächlichen Marktwert einer Kilowattstunde. Von einer Förderung oder Subventionierung kann in diesem Zusammenhang also nicht mehr gesprochen werden, vielmehr schreckt diese Entwicklung Solarstromproduzenten in spe ab.

Verantwortlich für diese Entwicklung sind zum einen die gestiegenen Energiepreise, zum anderen ist auch die Vergütung massiv gesunken. Während ein PV-Anlagen-Besitzer vor 20 Jahren noch mit 50 Cent je Kilowattstunfe entlohnt wurde, sind es heute (Anfang 2022) nur noch 6,7 Cent. Der Jahresmarktwert für eine Kilowattstunde lag 2021 bei 7,6 Cent. Es ist davon auszugehen, dass der Strompreis wieder sinken wird, wenn der Konflikt zwischen Russland und dem Westen an Brisanz verliert. Andere Preistreiber, wie der gestiegene CO2-Preis werden allerdings bleiben.

Gut für die Großen, schlecht für die Kleinen

Gewerbliche Betreiber großer Solarparks, die ihren Strom direkt vermarkten, profitieren von dieser Entwicklung: Sie können ihren Strom zu höheren, marktüblichen Preisen verkaufen. Negativ wirkt sich die Preisverschiebung auf private Solarstromerzeuger aus. Sie müssen ihren Strom zu niedrigen Kursen abgeben, bei Bedarf aber teuer zukaufen.

Der Gesetzgeber begründet die stetigen Abschläge bei der Einspeisevergütung mit den sinkenden Preisen für Solarpanele und Photovoltaikanlagen. Das Problem hierbei ist, dass durch die steigenden Strompreise gewerbliche Anbieter ihre Solar-Kapazitäten ausbauen. Dadurch steigt die Nachfrage nach Bauteilen für Solaranlagen und schlussendlich auch der Preis. Experten sagen, dass die Nachfrage bereits jetzt kaum gedeckt werden. Für Privatleute steigen somit die Kosten bei der Installation, während die Vergütung bei der Einspeisung sinkt.

Am besten selbst verbrauchen

Damit eine Solaranlage also auch weiterhin langfristig rentabel ist, ist wichtig, so viel Strom wie möglich selbst zu verbrauchen. Dabei ist es allerdings nur bedingt sinnvoll, den eigenen Energiekonsum künstlich in die Höhe zu treiben, indem man beispielsweise den Fernseher durchgehen angeschaltet lässt. Zielführender ist es, die Solaranlage mit einer effizienten Speichermöglichkeit zu koppeln. Wer eine neue Anlage plant, kann das direkt mit einplanen, aber auch bestehende Anlagen können um eine Speichermöglichkeit erweitert werden. Zusätzlich gibt es Angebote wie die Stromcloud, sie erlauben es privaten Photovoltaikanlagen-Besitzern, komplett unabhängig von den großen Stromanbietern zu leben.

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